Kirchenwirt heißt künftig Bussi Baby

Artikel des Onlineportals  Merkur.de von Christina Jachert-Maier, aktualisiert:

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Aus dem Wiesseer Hof, als Kirchenwirt bekannt, wird unter der Regie von Korbinian Kohler das Hotel Bussi Baby. Die Zielgruppe: Junge Menschen, die hart arbeiten und hart feiern.

Bad Wiessee– „Der Name soll polarisieren“, sagt Korbinian Kohler, dem der einstige Wiesseer Hof seit Oktober 2017 gehört. Der Unternehmer will neugierig machen, für Gesprächsstoff sorgen. Das dürfte gelingen.

Die Geschichte des Hotels, das künftig Bussi Baby heißt, reicht bis ins Jahr 1906 zurück. Es hieß Pension Pichler, Gasthaus Schnitzer, Gasthof Eberle und schließlich Wiesseer Hof. Im Ort sprach man vom Kirchenwirt. Zuletzt gehörte er der Familie Steiger, die das Hotel 2002 erwarb. Das Gebäude, nach einem Brand in den späten 70er-Jahren fast neu errichtet, ist allerdings renovierungsbedürftig. Nachdem das Pächter-Ehepaar Würtz wegen des Investitionsstaus das Handtuch warf, entschlossen sich die Steigers zum Verkauf.

„Das war eine Gelegenheit“, sagt Kohler. Das Haus an der Hauptstraße, mit Blick auf See, Berge, Golfplatz und Kirche, passt ins Portfolio von Kohler, der sein Luxushotel Bachmair Weissach in der Spitzenliga positioniert. Kohlers Neuerwerbung ist auf ein jüngeres, weniger zahlungskräftiges Publikum ausgerichtet. Dabei fügen sich die – gemeinsam geführten – Häuser zusammen. Das Bussi Baby wird quasi der kleine Bruder des Bachmair Weissach. Zum Mosaik passt auch das Alte Wallberghaus, das Kohler als Pächter betreibt.

Der Umbau in Bad Wiessee geht mit Volldampf voran. Das alte Gemäuer wird fast völlig entkernt, entsteht von innen heraus neu. Aus dem angestaubten Wiesseer Hof wird ein hippes Drei-Sterne-Superior-Hotel, zugeschnitten auf Gäste im gefühlten Alter zwischen 20 und 35 Jahren. Die Klientel ist sportlich, weit gereist, unkonventionell. Kohler hat seinen Gast klar vor Augen. „Er ist ein lockerer Typ, hat vielleicht ein Tattoo, nimmt seine Arbeit aber sehr ernst und will erfolgreich sein.“ Ein junger Mensch, der hart arbeitet und hart feiert. Der beim Sport das Letzte gibt und Waldfeste liebt.

Es ist eine Klientel, die jetzt schon gerne an den Tegernsee kommt – zum Biken, Klettern und Feiern. Aber es fehlt an passenden Hotels. „Diese Nische möchten wir besetzen“, erklärt Kohler. Dazu brauche es einen Namen mit Augenzwinkern. Bussi Baby, das erinnere an das freche selbstbewusste Mädchen, das beim Waldfest flirtet, findet Kohler. „Ein Bussi ist im Bayerischen etwas Harmloses und nicht mit Erotik besetzt.“ Baby wiederum klingt mehr nach New York als nach Oberland, was für Kohler absolut passt. Weltoffen-bayrisch, so soll das Bussi Baby sein. So locker der Name ist: Beim Umbau setzt Kohler auf Solides. Das Design trägt die Handschrift von Nora Witzigmann, die auch Kohlers Mizu Onzen Spa mit entworfen hat. Jung, frisch, hochwertig: Das ist die Überschrift. Es wird Einzel-, Doppel- und Familienzimmer geben, zudem ein „High-End-Bettenlager“, wie Kohler sagt. Ist alles bis zur letzten Matratze belegt, bietet das Haus 160 Betten – bei einer Zimmerzahl von 45. Alle Möbel sind aus Zirbenholz, dessen Geruch die Atmosphäre prägt.

Um die Preise moderat zu halten, bleibt der Service auf Drei-Sterne-Niveau. Zwischen 100 und 200 Euro kostet die Übernachtung je nach Saison und Kategorie, im Bettenlager weniger. Im hinteren Hotel-Trakt lässt Kohler die 29 Zimmer für Mitarbeiter überholen, mit angegliederter Gemeinschaftsküche und Personal-Spa. Ein Domizil auch für Angestellte des Bachmair Weissach. Rund 200 Mitarbeiter beschäftigt Kohler dort derzeit. Fürs Bussi Baby kommen um die 30 hinzu.

Im Mai/Juni wird der Umbau abgeschlossen sein. Ein enger Zeitplan. Aber es eilt, lange Schließungszeiten kosten Geld. Für 2019 plant Kohler schon die nächste Baumaßnahme. Dann lässt er sein 2017 erworbenes Haus Mahler an der Rottacher Seestraße umbauen. Im Haupthaus entstehen zwölf Ferien-Appartements. Zum Komplex gehört ein Ferienhaus in bester Lage, welches heute schon vermietet wird. Betrieben wird die Anlage wie das Bussi Baby mit Unterstützung des Bachmair Weissach.

Letzteres ist in der Bewertungsskala auf der Plattform TripAdvisor inzwischen auf Platz elf aller Hotels in Deutschland gestiegen, wie Kohler zufrieden feststellt. Seine Zielmarke ist: ganz oben. „Im Jahr 2022 wollen wir das führende Resort-Hotel für Unternehmerfamilien in Europa sein.“

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